Woher kommen eigentlich die Märchen? Eine Antwort darauf gab die Märchenerzählerin Karola Graf den Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Jahrgangsstufe in der Mittelschule Gemünden mit einem  Märchen der Indianer aus Nordamerika. Ein Indianerjunge setzt sich nach der Jagd auf einen Stein um auszuruhen. Der Stein jedoch beginnt ihm Geschichten zu erzählen, die den Jungen so faszinieren, dass er jeden Tag wieder kommt. Im weiteren Verlauf des Märchens kommen schließlich alle Leute aus dem Dorf zum Zuhören. Dann sagt der Stein, er werde keine Geschichten mehr erzählen. Alle Dorfbewohner sollten dies künftig selber tun. So kam es, dass Märchen mündlich weiter überliefert wurden.

 

Die professionelle Märchenerzählerin aus Himmelstadt ließ dann eine Schülerin aus ihrem Märchenkoffer drei „goldene Haare“ ziehen, Symbol für ihr zweites  Märchen, das sie in der Fassung der Gebrüder Grimm erzählte: „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren.“ Das recht lange Märchen mit mehreren Handlungssträngen verlangte den Kinder viel Konzentration ab, doch mit Gestik und lebhafter Stimmmodulation verstand es die Erzählerin alle „bei der Stange“ zu halten.

 

Karola Graf, die ursprünglich im Management tätig war, kam zum Märchenerzählen, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. In vielfältigen Kursen und Seminaren ließ sie sich zu einer „Professionellen Erzählerin“ mit Zertifikat ausbilden, die in Schulen, auf Bühnen, bei Festivals und Feiern aller Art auftritt. Unter anderem als Seminarreferentin der Universität Würzburg ist sie auch in der Lehrerfortbildung tätig.